Saturday, 13 September 2008

Angekommen


Da ich jetzt endlich einen Internetzugang habe, kann ich nun endlich aus dem schönen Yorkshire berichten!

Meine Reise begann am Montag, den 01.09.2008. Um 23.30 Uhr startete ich den Motor bei schönen 18 Grad und ab ging die Fahrt ins Ungewisse.
Ich dachte erst, dass ich die Hälfte vergessen hab, aber bis zum jetzigen Zeitpunkt habe ich anscheinend alles eingepackt.
Knappe 3 1/2 Stunden brauchte ich bis Dünkirchen in Frankreich. Um Punkt 4 Uhr nachts legte dann endlich meine Fähre nach Dover ab.

Nicht zu glauben….. kaum sah ich die beleuchteten weißen Kreidefelsen von Dover im Scheinwerferlicht hell schimmern, fing es auch direkt an zu regnen. Na toll, da hatten wohl alle Leute recht
Auf jeden Fall wurde ich nun Richtung Grenze geleitet, an der ich zum Glück keine Probleme hatte. Sonst wäre mein Vorrat für die nächsten Wochen schon nach einem Tag aufgebraucht gewesen.

Ich durfte also ins Land einreisen…….. und dann…… kam der erste Kreisverkehr!
Die Engländer haben se echt nicht mehr alle. 3-spurige Kreisverkehre in denen jeder macht was er will. Und auf den Straßen überholen LKWs und Autos einfach auf der rechten Seite….. nach dem 4tem hab ich mir dann gedacht…..naja, das wird schon so stimmen und hab das dann auch so gemacht.
Auf der Autobahn konnte ich mich aber recht gut eingewöhnen. Nach einer Stunde im strömenden Regen (und ich meine wirklich strömenden Regen. Scheibenwischer auf volle Pulle) musste ich erstmal eine Pause machen. Am Rastplatz hab ich dann auch eine Stunde geschlafen. Das komische ist, dass die Toiletten wirklich groß waren und auch niemand davor stand und Geld verlangte. Gut so…. und weiter gings Richtung Reading, wo wir unser Einführungsseminar an der Universität haben sollten.
Nach 3 Mal verfahren, hab ich dann auch endlich die Childs Hall Accommodation gefunden. Jetzt war es ca. halb 11 und kaum angekommen, überfuhr ich auch fast den ersten Mit-FSJler. Aber noch mal Glück gehabt. Auf jeden Fall trudelten nach und nach die einzelnen Leute ein. Ich hab mich natürlich gefreut meine Jungs aus Göttingen und Potsdam wiederzusehen, aber ich hab auch neue Leute kennengelernt, die aus der ganzen Welt kamen. China, Australien, Brasilien, Peru, Kanada…. Alles war vertreten! In Reading haben wir aber nichts besonderes gemacht. Wir haben unsere Projektleiter getroffen und konnten unser Bankkonto bei der Barclays Bank eröffnen.

Ach doch, eine Sache war da noch.
Das Projektteam hat zwei „englische Polizisten“ eingeladen. Der eine war Inder (oder so was ähnliches) und der andere war Schotte. Auf jeden Fall konnte die beiden niemand verstehen, der komplette Vorlesungssaal hat sich eigentlich nur prächtig amüsiert. Ihr wisst ja alle wie Inder Englisch sprechen ;-)

Am Mittwoch um 12 Uhr ging es dann aber weiter. Ich war froh, dass Julius mit mir gefahren ist. So war die Fahrt nach Yorkshire nicht ganz so langweilig. Außerdem konnte er mir noch eine bisschen auf den Straßen von England helfen. Und ich muss sagen, nach einer Woche, hab ich keine Probleme mehr damit auf der falschen Seite zu fahren.

Nach ein paar Stunden haben wir dann endlich York erreicht, und bis auf den Winter haben wir glaub ich alle Jahreszeiten miterlebt. In York haben wir uns dann erstmal einen schönen Parkplatz gesucht und sind in die Stadt gegangen. Das Wetter war an diesem Punkt der Insel leider nicht so schön. Wir haben uns, als Deutsche, in England dann in ein französisches Café gesetzt und haben unseren Cappuccino genossen. Pretty good!

Der einstündige Aufenthalt in York hat uns schon mal einen kleinen Einblick in die englische Bauweise gegeben. So etwas hab ich vorher noch nicht gesehen. Nur schiefe kleine Häuser, die kleine Durchgänge zu den Innenhöfen hatten. Und in diesen musste selbst ich mich ducken.
Wie dem auch sei. Ich war froh als ich Julius endlich in seiner Einrichtung in Alne absetzen durfte und weiter nach Ripon fahren konnte.

Kaum war ich aus dem 100 seelen- Dorf raus kam auf einmal die Sonne zum Vorschein, und ich konnte meinen schwarzen Flitzer über die Landstraßen jagen. In der Abenddämmerung kamen mir die 30 Kilometer auch gar nicht mehr so viel vor.

Endlich in Ripon angekommen!! Aber wo war nun die Schule?? Laut Navi sollte ich die nächste rechts abbiegen…… leider gesperrt. Ok, dann nehmen wir die nächste…… auch gesperrt.
Oh man, wo bin ich denn hier gelandet!?!? Dafür musste ich jetzt aber entschädigt werden.


Und so war es dann auch. Nach 3-mailigem Verfahren hab ich die Schule dann endlich gefunden und ich wurde mit einer Laola, einem Blumenstrauß und einer Flasche Whiskey aus dem Jahre 1920 enpfangen……..

Ok, ganz so war es nicht……Leider.

Im Sekretariat traf ich Miss Murray vor, die mich einigen Personen im Boarding House vorstellte. Unter anderem auch Simon, den anderen Freiwilligen aus Neuseeland. Er ist ganz in Ordnung. Er hat sogar ein paar meiner Interessen geklaut.

Aber nach der anstrengenden Reise musste ich erstmal schlafen.

Am nächsten Tag gab es dann um 8 Uhr Breakfast. Ich hab noch nie so viele Businessmänner auf einem Haufen gesehen, die alle den gleichen Anzug trugen.
Vor allen Dingen sahen die alle noch so jung aus. Sind wahrscheinlich alles Hyperintelligente.
Auf jeden Fall haben wir dann mit denen gefrühstückt.
An diesem Morgen hab ich auch Mister Lancaster kennengelernt. Er ist der Boss vom Boys Boarding House. Der erste Eindruck war ganz gut und er scheint mir gegenüber auch ganz nett zu sein. Hoffen wir mal, dass es so bleibt.

Um 9:15 Uhr beginnt die Schule. An den ersten beiden Tagen hatte ich noch nicht so viel zu tun. Ich wurde einigen Lehrern vorgestellt, unter anderem Miss Lofthouse. Sie ist die Deutschlehrerin, die ich in den nächsten Monaten unterstützen werde.
Ich werde in Kleingruppen mit einzelnen Schülerinnen und Schülern arbeiten. Ab und zu werde ich in den einzelnen Kursen auch den Unterricht gestalten. Je nachdem was gerade für Themen anstehen.
Und jetzt kommt der Hammer…… das sind ca. 8 Stunden in der Wochen, mal mehr mal weniger. Dienstag Vormittag bin ich bei den IT-Leuten, die auch sehr cool drauf sind. Hier werde ich Aaron unterstützen, der den ganzen Tag durch die Schule rennt und irgendwelche IT-Probleme aus der Welt schafft. Aber das ist auch mehr Spaß als Arbeit 

Achja, Mittwochs bin ich dann in der 7. und 8. Stunde bei Fußball der 6th- Form. Und für Montags haben wir eine Schulmannschaft in Leben gerufen, die auch Spiele gegen andere Schulen haben wird.

Soviel zu meinem Tagesablauf. Kommen wir mal zu meinem ersten Wochenende in England.

Die Wochenendplanung sah folgendermaßen aus:

Freitag: Abends in York in Julius Geburtstag reinfeiern
Samstag: Vormittags die Stadt York am Tag besichtigen, abends mit den Leute aus dem Boarding House einen trinken gehen
Sonntag: ausschlafen

Leider wurde unsere Planung ein wenig durcheinander geworfen.

Als wir um Punkt 22:20 Uhr gut angeheitert und vom strömenden Regen durchnässt an der „Bushaltestelle“ (Postkasten) standen mussten wir mit erschrecken feststellen, dass der Bus einfach nicht kommen wollte. Na super…..Taxi war uns zu teuer….. per Anhalter wollte uns auch keiner mitnehmen.
Das hieß für uns…….. Bang Boom Bang und mit einem Bierchen im Zimmer anstoßen.

Das war dann auch der Freitagabend, ganz anders als geplant. Highlight war, dass J. auf dem Klo eingeschlafen ist.
Samstag haben wir es dann besser gemacht. Vormittags die Stadt besichtigt und Abends einen Bus früher genommen.

Nein, nicht 20 Minuten…… es waren 2 Stunden.

Wir stiegen ein, tranken unser Bier und mit der Zeit wurde der Bus immer voller. Die letzten Leute mussten sogar stehen. York scheint wohl ein Highlight zu sein.
Endlich in York angekommen, stürmten die ersten Engländer schon aus dem Bus und mussten Ihre 2 Flaschen Tequila und das Bier an einer Mauer loswerden.

Die waren eigentlich ganz nett und haben uns erklärt wo man am Besten feiern kann.

Erster Stopp war eine Vodka- Bar. Und hier mussten wir feststellen, dass ein weiteres Klitsche stimmt.
Alle Engländerinnen, ob klein, groß, weiß, braun, dick, dünn, rothaarig, blond……. Alle trugen Miniröcke.
Ein Blick auf die Temperaturanzeige: 12° C.
Da wir noch mehr von der Stadt sehen wollten sind wie weitergezogen. Nächste Halt, The Louther. Neben uns saßen 7 Mädels, die um die Wette gesoffen haben…… Diese haben wir später auch noch kennengelernt und sofort die Nummern ausgetauscht
Es gibt’s sogar ein Gruppenfoto!

Insgesamt war der Abend ganz schön…. So kann es weitergehen.
Ach übrigens… hier gibt’s auch Döner beim Türken. Kosten allerdings 3-4 Pfund (fast das doppelte als in Deutschland).

Der Sonntag war ganz ruhig, da die Boarding Kids auch erst gegen 19 Uhr ankamen.

Meine erste richtige Arbeitswoche war geprägt vom Kennenlernen vieler Schüler und des Lehrerkollegiums.
After Diner machen die Schüler Ihre Hausaufgaben und später werden noch Aktivitäten gemacht, wie z.b. Hallenfußball, Dodgeball oder Schwimmen (ja, wir haben auch ein Schwimmbad, welches ich natürlich auch nutzen darf ).

to be continued

3 comments:

Anonymous said...

Hi Stephano,

hört sich echt spannend an dein Abenteuer und ich muss sagen ich bin ein bisschen eifersüchtig ;) Du dachtest doch aber nicht wirklich das dass Englische Bier schmeckt oder :D

Ich werde dein Online-Tagebuch auf jeden Fall weiter beobachten :)

Und wenn du dich gut genug eingelebt hast, dann melde dich auf jeden Fall mal für ein Kurztripp von Hamburg nach England.

Viele Grüße
Julian

Julius said...

Du geile Sau!
Ich hab dir doch gesagt du solltest das mit dem Klo nicht erwähnen!???!

haha wir sehen uns Kumpel! :D

Anonymous said...

Moin Prinz Polle!
Klingt klasse was Du so berichtest. Freu mich auf die Updates und darauf, dass du alle meine Vorurteile gegenüber Engländern bestätigen wirst.
Genieß die Zeit da drüben, aber pass Dich nicht zu sehr an. ;)

Bis die Tage, Bomba alias Schulti (der Name ist beim Bowling passiert. Erklär ich irgendwann mal...)