Tuesday, 30 September 2008

über Scarborough nach London

Nach 2 Wochen wird es nun auch mal wieder Zeit, dass ich mich aus dem bis gestern sonnigen England melde.

Ich möchte heute eigentlich gar nicht so viel schreiben…… aber es ist so viel passiert. Ich versuche es am Besten ein bisschen zusammenzufassen.

Arbeit: läuft.....

Wochenende: läuft…..


Und nun noch ein paar Fotos:


















































Nein, ganz so kurz wollen wir es nicht machen.

Mit dem Unterricht in den Kleingruppen läuft alles soweit. Mittwoch wird Nicola (Miss Lofthouse) nicht da sein, d.h. ich werde den Unterricht für die Lower 6 Students machen. Mal gucken welchen schönen Film noch besorgen kann…..


Wenn ihr Vorschläge habt, immer her damit!!!!!

Seid letzter Woche mache ich montags einen Englischkurs in Harrogate (ist ca. 22 Kilometer entfernt). An meinem ersten Tag in diesem Kurs war total geschockt….. es viel mir richtig schwer…… und das soll ich jetzt bis Juni 09 machen??? Das geht ja gar nicht. Wer hat sich denn

so einen Misst einfallen lassen? Nehme ich jetzt diese Möglichkeit oder die nächste??? Man man….

Und dann hab ich das Ashville College endlich gefunden. :-)

Ich war sogar pünktlich und ich wurde auch direkt von meinem Lehrer Andrew empfangen. Bisher sind wir zu fünft. Ein Deutscher, ein Franzose, ein Spanier und ein Tscheche.

Ich hab dort die Möglichkeit den Kurs mit einem international Anerkannten Examen abzuschließen. Allerdings habe ich mich für das niedrigste Level angemeldet……

Und wo bin ich gelandet???? Richtig!!! Im Professional Kurs. Hab ich auch gemerkt…. Der eine war ein Jahr in den USA, der andere 2….. Naja, aber da muss ich durch. Kann mir ja nur weiterhelfen! In der Zweiten Woche hab ich mich auch schon viel wohler gefühlt und morgen werde ich wahrscheinlich mit den Kursleuten was unternehmen. Also, läuft alles.

Dientags nach der Schule, findet jetzt immer das Training für die Schulmannschaft (U18) statt. Da ich jetzt auch offizielles Mitglied des Trainerstabs bin habe ich dann auch die erste Trainingseinheit geleitet!

Natürlich hab ich beim Abschlussspiel auch selber mitgespielt und den jungen Bengels erstmal gezeigt, wie man in Deutschland Fußball spielt!

Ich sag nur eins…… wir mussten nicht den Platz aufräumen.

Ein Tag später hat mich Julian (Lehrer) gefragt, ob ich nicht Lust hätte ihn bei den Mädels am Freitag zu unterstützen. Na klar… machen wir doch! Er hat nämlich keine Ahnung von Fußball (hat er gesagt). Aber lustig ist er!

Das erste Spiel haben sie auch direkt 7:2 gewonnen!

Mittwochs steht das das Training in meinem neuen Verein an, bei der Mannschaft hier bei mir im Ort (Ripon City Magnets).

Erste Training….. Pressing……. Zweite Training…….. Spiel über Außen. Und ich sag euch. Das geht da so zur Sache, bei nächsten Mal hab ich Schienbeinschoner dabei. Ich hab mich auch gefragt warum die alle so fit sind und laufen können wie die Pferde.

Das hab ich dann nach dem Training erfahren. Ich war schon total am Boden und war froh, dass ich das Training überlebt hab, da kommt der Coach auf die Idee uns noch mal um den Platz zu jagen! „1 Minute so far as you can! And then walk!“

Ok, dass lässt sich auch noch irgendwie einrichten. Hab ich dann auch gemacht, hab dann alles überholt und war heilfroh als die Minute dann endlich um war.

Und dann sagt der tatsächlich……. „And now….. two times the same again! “

Das ganze haben wir dann auch noch mit 40, 30 und 20 Sekunden gemacht.

Die Woche darauf mussten wir nach dem Training noch 16 Sprints von dem Mittelkreis zur Eckfahne und zurück machen.

Wenn ich wieder in Deutschland bin, werde ich wohl erstmal den Ruhrmarathon gewinnen!
Ich sollte auf jeden Fall die letzten beiden Spiele für Ripon machen, allerdings war ich ja nicht da. Samstag ist es dann so weit.

Ich werde übrigens noch bei Olympia mitmachen und Michael Phelps über die 100 Meter Freestyle schlagen! Ich gehe nämlich jetzt fast jeden Morgen mit Patrick um Punkt 7 Uhr schwimmen!


Kommen wir mal zu den letzten Beiden Wochenenden:

Vom 19. – 20. September haben mich Julius und Sebastian besucht. Die Jungs aus der Boarding- School haben mich zu einer Party eingeladen und die Beiden sind mitgekommen. Die Party fand in einer kleinen Halle hinter einem Pub statt. Wir waren spät dran…. Halb acht, die Party durfte nur bis 12 gehen (Wegen under 18 years). Egal, auf jeden Fall war der Laden schon brechend voll. Ich schätze mal, dass so 200 Leute da waren. Der Abend verlief auch wunderbar, wir haben sogar jemanden kennen gelernt, der die ganze Zeit vom 2ten Weltkrieg erzählt hat und gar nicht mehr von der starken Nation Deutschland loslassen wollte. Ich glaub er war ein richtiger Fan und er war wirklich ein Engländer. Irgendwann hatten wir aber auch keine Lust mehr auf ihn und haben uns wieder Richtung Tanzfläche begeben.

Um 10 Uhr ging dann das Licht an und die Party war vorbei…… und das ganze weil irendwelche *piiiiiiiiep* auf den Dächern von Ripon rumgeturnt sind.

Naja, nächster Halt war dann wieder die Matrix, musste ich Julius und Sebastian ja auch zeigen.

Um 3 Uhr hatten wir plötzlich richtig Hunger und wollten was essen gehen. Problem war, es hatte nichts mehr auf…bis auf einen kleinen Italiener der aber auch gerade schließen wollte. Weil uns in diesem Moment nicht besseres eingefallen ist sind wir einfach da geblieben und haben gewartet bis irgendwas passiert.

Nach ein paar Minuten hat er dann in Runde gefragt, wer Pommes mit Gyros und Käse überbacken bestellt hat. Da sich nach 10 Sekunden keiner gemeldet hat, haben wir es dann einfach mal gemacht. Er wollte noch nicht einmal Geld haben und wir konnten unser Festmahl in unserem Sitting-room genießen.

Der Samstag war dann nur zum entspannen in der Sonne da! 22 Grad!

Sonntag, bin ich dann mit Jules nach Scarborough gefahren. Das liegt an der Ostküste und hat ganz tolle Steilküsten! Die Stadt ist ganz nett, hat mich aber nicht besonders überzeugt…. Bis auf die bereits genannten Steilküsten! Amazing!! Wie im Fernsehen.

Das nächste Wochenende war schon länger geplant……! Samstagmorgen um 4 Uhr ging es los nach Leeds wo wir unseren „MegaBus“ nach London nehmen sollten. Nachdem wir 3 Busbahnhöfe abgeklappert hatten, haben wir endlich die richtige Station gefunden, besser gesagt Laterne.

Auf jeden Fall kam 10 Minuten später der Bus!













Kaum in London angekommen, kam auch direkt die Sonne raus. Wir sollten dieses Wochenende durchgängig sonnige 22 Grad haben!

Unser Hostel befand sich direkt am Hyde Park und sah von außen auch einigermaßen OK aus. Dann hab ich unser Zimmer gesehen….. Wir waren in einem 16 Mann Zimmer im Keller. Ich möchte gar nicht aufzählen wonach es da alles gestunken hat.

Naja, war ja nur für eine Nacht.

Nachdem wir uns endlich von dem Italiener losgekommen sind, der uns irgendwas über Renten erzählen wollte (wir haben überhaupt nichts verstanden), hat sich Jules auf die Suche nach seinen Bekannten gemacht und ich habe Baki in Empfang genommen!
Baki kennen wir vom Vorbereitungsseminar und er ist einer von denen, mit denen ich am Besten klar gekommen bin. An dieser, die Besten Grüße in den Süden von England!!


In London haben wir uns natürlich die ganzen Sehenswürdigkeiten

angesehen. Sonntag kurz vor der Abfahrt bin ich dann noch kurz die Westminster Station hoch, hab eben das Beweisfoto vom Big Ben gemacht und hab dann zugesehen, dass ich meinen Bus bekommen hab.

Ich muss sagen London ist eine schöne Stadt, besonders an den Hauptplätzen, wie Tower Bridge, Westminster Abbey oder Buckingham Palace. Aber in den kleineren Straßen und in der Underground ist es echt nicht besonders schön.


Wie gesagt hatten wir 22 Grad und den Sonntagmittag haben wir auf Steinen an der Tower Bridge in der prallen Sonne verbracht. Da kam schon ein bisschen Urlaubsstimmung auf! Allerdings ist diese Stadt auch verdammt teuer!!! Wenn ich das nächste Mal dahin fahre, muss ich vorher noch im Lotto gewinnen.

Wieder in Leeds angekommen mussten wir dann noch die 30 Pfund fürs das Parkhaus bezahlen. Wir waren ja immerhin ca. 30 Stunden da.

Ich glaub jetzt hat sich der Besitzer erstmal einen neuen Bentley gekauft.

Ich hoffe das geht so weiter.


See you later

Tuesday, 16 September 2008

Endlich Wochenende....

Nach einer sooo harten Woche, hab ich mir das Wochenende auch redlich verdient. (Sorry, an all diejenigen, die arbeiten müssen)
Es ist 19 Uhr. Diner war ganz OK….. und Simon steht auch schon mit dem ersten Bier parat. So ist es brav mein Freund!

3 Biere später, es ist mittlerweile 20:30 Uhr (Wir wollten eigentlich schon längst in der Stadt sein. Aber Nein, er musste ja noch seinen 4 Mädels im Facebook Gute Nacht sagen).
War aber nicht schlimm, sahen ganz OK aus.


















Das ist übrigens Simon mit seinen Mädels

Jetzt können wir endlich losziehen und das Nachtleben der kleinen Stadt Ripon erkunden.
So ein Misst!!!!!! Es regnet wie aus Kübeln…. Naja, aber man hat es mir ja gesagt (schöne Grüße an Christian).

The first Pub… “The One Eye Rat”. Den Namen hatte ich eigentlich vergessen, aber zum Glück steht Simon gerade neben mir!
Im Pub wartete auch schon Partick auf uns. Naja, wartete ist vielleicht nicht der passende Ausdruck. Er hat uns fast umgerissen, wahrscheinlich weil er uns mit seinen rot angeschwollenen Augen gar nicht mehr erkannt hat. Er ist übrigens einer von 4 Chemielehrern und ist auch bei uns im Boarding Hause und passt ein bisschen auf die Kids auf. Aber total in Ordnung und hat zudem noch einen Dr..

„2 Black Sheep bitte!“ Oh man, ….. das soll Bier sein?!?!?!? Und kaum leer getrunken stand schon das nächste auf dem Tisch. Mal unter uns…… das schmeckt wie „getragene Turnschuhe“!
Das eine hab ich mir dann noch runtergezwungen. Danach gab es dann aber nur noch schön Erdinger.... Ich weiß zwar nicht wo die das Bier her haben, aber auf jeden Fall… Lecker!!!

Patrick war mit 3 Chemiekollegen da. Und ich hatte meine erste englische Diskussion! Und jetzt ratet mal worüber…….. Ja, Richtig.

Über den zweiten Weltkrieg!!!!!!
Und Ian hatte sich so in das Thema reingesteigert…. Sein Kopf wurde auch schon ganz rot und die anderen beiden haben mich schon so bemitleidend angesehen (tolle Kollegen seid ihr, anstatt ihr mir mal aus der Situation helf, amüsiert ich euch einfach über uns). Aber zum Glück gab es immer wieder Bier zum abkühlen.

Nach 20 Minuten hab ich ihn endlich soweit bekommen das Thema zu wechseln.

Glücklicherweise! Danach wurde dann nur noch über Sport gesprochen. An dieser Stelle ist vielleicht mal interessant zu erwähnen, dass die Engländer bei Thema Fußball immer noch das 5:1 gegen Deutschland im Kopf haben und es bei jeder Gelegenheit erwähnen. Danach kommt Wembley '66.
Aber Moment mal,.... ich hoffe ich erzähle jetzt nichts falsches. War es nicht so, dass das letzte Tor, welches im Wembleystadion am 7. Oktober 2000 gefallen ist.......ein Deutsches war?!?!?? Diddi Hamann, wenn ich mich recht erinnere. Das Spiel endete 1:0 im WM-Qualifikationsspiel.
Ja, was sagt ihr dazu??? Und was war 1996 im Elfmeterschießen........ aber ne, das zählt nicht. Engländer können ja keine Elfmeter schießen.

Ist ja auch egal, aber mich solchen Sachen darf ich mich hier rumschlagen...... Ihr könnt euch glücklich schätzen, dass unser Michael bei euch spielt.

Aber zurück zum Thema...

Patrick war dran, die nächste zu bringen, aber er kam nicht mehr zurück. Lost in Ripon, keine Ahnung wo er war.
Egal…..noch eine Runde, aber dann haben wir den Pub auch in Richtung „Matrix“ verlassen. „The worst Club in the World!”
But it was OK, for drinking beer. Ein Carlsberg kostet nur 1 Pfund.

Die Tanzfläche bestand aus einer sich drehenden Schreibe, auf der die betrunkenen Engländer alle 2 Minuten den Boden geküsst haben. Ich hab mir nur gedacht….. „Mensch Jungs, lasst das doch morgen die Putzfrauen machen!“

Den weiteren Verlauf des Abends möchte ich jetzt nicht weiter erläutern!!!! Wir hatten aber auf jeden Fall viel Spaß.

Den Rest des Wochenendes habe ich viel entspannt,….. Ich hab Simon noch im Wii spielen abgezogen (zumindest manchmal) und ich musste mal meine Wäsche waschen! Bin ja schließlich schon 2 Wochen hier. An dieser Stelle möchte ich Julius gerne grüßen, der mich am Sonntag überreden wollte irgendwo ans mehr zu Fahren. Mensch Jules, es waren 10 Grad und im hauseigenen Pool war es viel schöner!!
Wir sehen uns nächsten Friday bei mir, nimm deine Badehose mit!

Samstagmittag, ist uns Patrick über den Weg gelaufen, er hatte seine Mutter zu Besuch. Deswegen wollten wir ihn nicht auf den vergangen Freitag ansprechen. Ihm ging es aber schon wieder viel besser!

Show must go on……

Saturday, 13 September 2008

Angekommen


Da ich jetzt endlich einen Internetzugang habe, kann ich nun endlich aus dem schönen Yorkshire berichten!

Meine Reise begann am Montag, den 01.09.2008. Um 23.30 Uhr startete ich den Motor bei schönen 18 Grad und ab ging die Fahrt ins Ungewisse.
Ich dachte erst, dass ich die Hälfte vergessen hab, aber bis zum jetzigen Zeitpunkt habe ich anscheinend alles eingepackt.
Knappe 3 1/2 Stunden brauchte ich bis Dünkirchen in Frankreich. Um Punkt 4 Uhr nachts legte dann endlich meine Fähre nach Dover ab.

Nicht zu glauben….. kaum sah ich die beleuchteten weißen Kreidefelsen von Dover im Scheinwerferlicht hell schimmern, fing es auch direkt an zu regnen. Na toll, da hatten wohl alle Leute recht
Auf jeden Fall wurde ich nun Richtung Grenze geleitet, an der ich zum Glück keine Probleme hatte. Sonst wäre mein Vorrat für die nächsten Wochen schon nach einem Tag aufgebraucht gewesen.

Ich durfte also ins Land einreisen…….. und dann…… kam der erste Kreisverkehr!
Die Engländer haben se echt nicht mehr alle. 3-spurige Kreisverkehre in denen jeder macht was er will. Und auf den Straßen überholen LKWs und Autos einfach auf der rechten Seite….. nach dem 4tem hab ich mir dann gedacht…..naja, das wird schon so stimmen und hab das dann auch so gemacht.
Auf der Autobahn konnte ich mich aber recht gut eingewöhnen. Nach einer Stunde im strömenden Regen (und ich meine wirklich strömenden Regen. Scheibenwischer auf volle Pulle) musste ich erstmal eine Pause machen. Am Rastplatz hab ich dann auch eine Stunde geschlafen. Das komische ist, dass die Toiletten wirklich groß waren und auch niemand davor stand und Geld verlangte. Gut so…. und weiter gings Richtung Reading, wo wir unser Einführungsseminar an der Universität haben sollten.
Nach 3 Mal verfahren, hab ich dann auch endlich die Childs Hall Accommodation gefunden. Jetzt war es ca. halb 11 und kaum angekommen, überfuhr ich auch fast den ersten Mit-FSJler. Aber noch mal Glück gehabt. Auf jeden Fall trudelten nach und nach die einzelnen Leute ein. Ich hab mich natürlich gefreut meine Jungs aus Göttingen und Potsdam wiederzusehen, aber ich hab auch neue Leute kennengelernt, die aus der ganzen Welt kamen. China, Australien, Brasilien, Peru, Kanada…. Alles war vertreten! In Reading haben wir aber nichts besonderes gemacht. Wir haben unsere Projektleiter getroffen und konnten unser Bankkonto bei der Barclays Bank eröffnen.

Ach doch, eine Sache war da noch.
Das Projektteam hat zwei „englische Polizisten“ eingeladen. Der eine war Inder (oder so was ähnliches) und der andere war Schotte. Auf jeden Fall konnte die beiden niemand verstehen, der komplette Vorlesungssaal hat sich eigentlich nur prächtig amüsiert. Ihr wisst ja alle wie Inder Englisch sprechen ;-)

Am Mittwoch um 12 Uhr ging es dann aber weiter. Ich war froh, dass Julius mit mir gefahren ist. So war die Fahrt nach Yorkshire nicht ganz so langweilig. Außerdem konnte er mir noch eine bisschen auf den Straßen von England helfen. Und ich muss sagen, nach einer Woche, hab ich keine Probleme mehr damit auf der falschen Seite zu fahren.

Nach ein paar Stunden haben wir dann endlich York erreicht, und bis auf den Winter haben wir glaub ich alle Jahreszeiten miterlebt. In York haben wir uns dann erstmal einen schönen Parkplatz gesucht und sind in die Stadt gegangen. Das Wetter war an diesem Punkt der Insel leider nicht so schön. Wir haben uns, als Deutsche, in England dann in ein französisches Café gesetzt und haben unseren Cappuccino genossen. Pretty good!

Der einstündige Aufenthalt in York hat uns schon mal einen kleinen Einblick in die englische Bauweise gegeben. So etwas hab ich vorher noch nicht gesehen. Nur schiefe kleine Häuser, die kleine Durchgänge zu den Innenhöfen hatten. Und in diesen musste selbst ich mich ducken.
Wie dem auch sei. Ich war froh als ich Julius endlich in seiner Einrichtung in Alne absetzen durfte und weiter nach Ripon fahren konnte.

Kaum war ich aus dem 100 seelen- Dorf raus kam auf einmal die Sonne zum Vorschein, und ich konnte meinen schwarzen Flitzer über die Landstraßen jagen. In der Abenddämmerung kamen mir die 30 Kilometer auch gar nicht mehr so viel vor.

Endlich in Ripon angekommen!! Aber wo war nun die Schule?? Laut Navi sollte ich die nächste rechts abbiegen…… leider gesperrt. Ok, dann nehmen wir die nächste…… auch gesperrt.
Oh man, wo bin ich denn hier gelandet!?!? Dafür musste ich jetzt aber entschädigt werden.


Und so war es dann auch. Nach 3-mailigem Verfahren hab ich die Schule dann endlich gefunden und ich wurde mit einer Laola, einem Blumenstrauß und einer Flasche Whiskey aus dem Jahre 1920 enpfangen……..

Ok, ganz so war es nicht……Leider.

Im Sekretariat traf ich Miss Murray vor, die mich einigen Personen im Boarding House vorstellte. Unter anderem auch Simon, den anderen Freiwilligen aus Neuseeland. Er ist ganz in Ordnung. Er hat sogar ein paar meiner Interessen geklaut.

Aber nach der anstrengenden Reise musste ich erstmal schlafen.

Am nächsten Tag gab es dann um 8 Uhr Breakfast. Ich hab noch nie so viele Businessmänner auf einem Haufen gesehen, die alle den gleichen Anzug trugen.
Vor allen Dingen sahen die alle noch so jung aus. Sind wahrscheinlich alles Hyperintelligente.
Auf jeden Fall haben wir dann mit denen gefrühstückt.
An diesem Morgen hab ich auch Mister Lancaster kennengelernt. Er ist der Boss vom Boys Boarding House. Der erste Eindruck war ganz gut und er scheint mir gegenüber auch ganz nett zu sein. Hoffen wir mal, dass es so bleibt.

Um 9:15 Uhr beginnt die Schule. An den ersten beiden Tagen hatte ich noch nicht so viel zu tun. Ich wurde einigen Lehrern vorgestellt, unter anderem Miss Lofthouse. Sie ist die Deutschlehrerin, die ich in den nächsten Monaten unterstützen werde.
Ich werde in Kleingruppen mit einzelnen Schülerinnen und Schülern arbeiten. Ab und zu werde ich in den einzelnen Kursen auch den Unterricht gestalten. Je nachdem was gerade für Themen anstehen.
Und jetzt kommt der Hammer…… das sind ca. 8 Stunden in der Wochen, mal mehr mal weniger. Dienstag Vormittag bin ich bei den IT-Leuten, die auch sehr cool drauf sind. Hier werde ich Aaron unterstützen, der den ganzen Tag durch die Schule rennt und irgendwelche IT-Probleme aus der Welt schafft. Aber das ist auch mehr Spaß als Arbeit 

Achja, Mittwochs bin ich dann in der 7. und 8. Stunde bei Fußball der 6th- Form. Und für Montags haben wir eine Schulmannschaft in Leben gerufen, die auch Spiele gegen andere Schulen haben wird.

Soviel zu meinem Tagesablauf. Kommen wir mal zu meinem ersten Wochenende in England.

Die Wochenendplanung sah folgendermaßen aus:

Freitag: Abends in York in Julius Geburtstag reinfeiern
Samstag: Vormittags die Stadt York am Tag besichtigen, abends mit den Leute aus dem Boarding House einen trinken gehen
Sonntag: ausschlafen

Leider wurde unsere Planung ein wenig durcheinander geworfen.

Als wir um Punkt 22:20 Uhr gut angeheitert und vom strömenden Regen durchnässt an der „Bushaltestelle“ (Postkasten) standen mussten wir mit erschrecken feststellen, dass der Bus einfach nicht kommen wollte. Na super…..Taxi war uns zu teuer….. per Anhalter wollte uns auch keiner mitnehmen.
Das hieß für uns…….. Bang Boom Bang und mit einem Bierchen im Zimmer anstoßen.

Das war dann auch der Freitagabend, ganz anders als geplant. Highlight war, dass J. auf dem Klo eingeschlafen ist.
Samstag haben wir es dann besser gemacht. Vormittags die Stadt besichtigt und Abends einen Bus früher genommen.

Nein, nicht 20 Minuten…… es waren 2 Stunden.

Wir stiegen ein, tranken unser Bier und mit der Zeit wurde der Bus immer voller. Die letzten Leute mussten sogar stehen. York scheint wohl ein Highlight zu sein.
Endlich in York angekommen, stürmten die ersten Engländer schon aus dem Bus und mussten Ihre 2 Flaschen Tequila und das Bier an einer Mauer loswerden.

Die waren eigentlich ganz nett und haben uns erklärt wo man am Besten feiern kann.

Erster Stopp war eine Vodka- Bar. Und hier mussten wir feststellen, dass ein weiteres Klitsche stimmt.
Alle Engländerinnen, ob klein, groß, weiß, braun, dick, dünn, rothaarig, blond……. Alle trugen Miniröcke.
Ein Blick auf die Temperaturanzeige: 12° C.
Da wir noch mehr von der Stadt sehen wollten sind wie weitergezogen. Nächste Halt, The Louther. Neben uns saßen 7 Mädels, die um die Wette gesoffen haben…… Diese haben wir später auch noch kennengelernt und sofort die Nummern ausgetauscht
Es gibt’s sogar ein Gruppenfoto!

Insgesamt war der Abend ganz schön…. So kann es weitergehen.
Ach übrigens… hier gibt’s auch Döner beim Türken. Kosten allerdings 3-4 Pfund (fast das doppelte als in Deutschland).

Der Sonntag war ganz ruhig, da die Boarding Kids auch erst gegen 19 Uhr ankamen.

Meine erste richtige Arbeitswoche war geprägt vom Kennenlernen vieler Schüler und des Lehrerkollegiums.
After Diner machen die Schüler Ihre Hausaufgaben und später werden noch Aktivitäten gemacht, wie z.b. Hallenfußball, Dodgeball oder Schwimmen (ja, wir haben auch ein Schwimmbad, welches ich natürlich auch nutzen darf ).

to be continued